Versuche mit Magnic Dynamo

Momentan gibt es keine Möglichkeit, ohne großen Aufwand einen Nabendynamo am Velayo zu betreiben. Der Hersteller, Marcus van der Wehl experimentiert zwar momentan mit dem neuen SON Nabendynamo mit 15mm Achse, doch diese Untersuchungen können dauern und ob sie letztendlich zum Erfolg führen werden, ist völlig unklar, da auch 15mm noch relativ dünn sind. Die bisher von SON verwendeten 9mm Achsen sind leider überhaupt nicht für das gelenkte Hinterrad des Velayos geeignet.

Deshalb suche ich nach einer Alternative, das 12V Bordnetz meines Velayos mit Energie zu versorgen. Herkömmliche Seitenläufer fallen aus, da wegen des notwendigen Anpressdrucks (an die Felge des Vorderrades) die Befestigungsstreben für das "Schutzblech" mir nicht stabil genug erscheinen und es am Hinterrad aus meiner Sicht keinerlei Befestigungsmöglichkeiten gibt.

Bereits am Sunrider hatte ich Versuche mit flexiblen Solarzellen auf dem Versatiledach durchgeführt, die leider aber nicht sehr erfolgreich verliefen. Die benötigte Fläche für die Solarzellen ist einfach zu groß für ein Velomobil und außerdem wird dieses damit ziemlich verschandelt. Solarzellen scheiden also auch aus.

Also sah ich nur noch die Möglichkeit, es einmal mit dem berührungsfreien Dynamo des Magnic Lights zu probieren und diesen quasi zweckzuentfremden. "Die Energie zur Stromerzeugung wird berührungslos aus der rotierenden Felge auf Wirbelstrombasis unter Verwendung starker Neodymmagnete aufgenommen" (Zitat von deren Webseite). Da hier also kein Anpressdruck wie bei einem Seitenläufer benötigt wird, scheinen die Befestigungsstreben an den Vorderrädern des Velayos hierfür geeignet zu sein.

Die ersten Versuche verliefen allerdings nicht zu meiner Zufriedenheit. Zwar funktionierte der Dynamo an dem Vorderrad des Velayos einwandfrei und völlig problemlos, die erzeugte Spannung reichte aber nicht für meinen Zweck aus. Beim Anschubsen des Vorderrades meines aufgebockten Velayos konnte ich mit meinem sehr bastelmäßigen Meßplatz leider in den Spitzen lediglich gut 4V am Ausgang des Dynamos messen. Anstatt der beiden antiparallel geschalteten LEDs im originalen Magnic Light war dieser Dynamo bei meinem Test an einem so genannten Forumslader (12V plus USB) angeschlossen, der die Aufgabe hat, den 12V Bordakku zu laden und außerdem über die eingebaute USB-Buchse Handys, GPS oder sonstige Geräte mit +5V zu versorgen.

Trotz eingeschaltetem Spannungsverdoppler im Forumslader kam ich auch beim stärksten Anschubsen des Vorderrades nie über 12V Gleichspannung hinaus - benötigt werden jedoch circa 15V (am Reglereingang), damit der Bordakku (LiFePo4) geladen werden kann.

Da die erreichte Höchstgeschwindigkeit beim Vorderradanschubsen lediglich knapp 20kmh betrug, gehe ich davon aus, dass ein Laden des Bordakkus schätzungsweise erst ab 25kmh Geschwindigkeit des Velomobils erfolgen wird. Diese Geschwindigkeit erreiche ich als schwacher Fahrer jedoch lediglich auf völlig geraden Strecken oder auf Bergabstrecken. In dieser hügeligen Gegend zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb beträgt meine mittlere Geschwindigkeit lediglich so zwischen 20 und 23kmh. Die vom Dynamo erzeugte Spannung reicht also bei meinem Geschwindigkeiten für meine Zwecke nicht aus - kein Wunder, wenn der Dynamo lediglich zum direkten Betrieb von einer LED (genauer 2 LEDs aber antiparallel) konzipiert wurde. An einem 6V Bordnetz jedoch und dem 6V Forumslader mit Spannungsverdopplung bietet der Dynamo des Magnic Light meiner Meinung nach eine sehr gute Möglichkeit, den Akku des Velomobils während der Fahrt ständig zu laden. Vielleicht war ich doch zu voreilig, meinen Velayo mit einem 12V Bordnetz zu bestellen ........

Notgedrungen werde ich mir demnächst einmal Gedanken zur Spannungsverdreifachung im Forumslader machen müssen. Vielleicht lässt sich dieser wunderbar leichte Dynamo (lt. Hersteller lediglich 35g) letzendlich doch noch sinnvoll am Velayo verwenden.

Untenstehend ein kleines Video von den heutigen Tests.

 

 

 

Anmerkung:   Die Darstellung der vom Dynamo gelieferten Wechselspannung war in Wirklichkeit völlig normal. Die "Aussetzer" hängen mit der Bildwechselfrequenz der verwendeten Videokamera und der gewählten Zeitbasis in meinem Oszilloskop zusammen (ähnlich dem Radspeichenproblem in Kinofilmen). Auch zeigen die Videoaufnahmen nicht die erreichten Maximalwerte an, dazu müsste ich das Vorderrad wieder selber drehen und die Videoaufnahmen von Amelie machen lassen.

Ein paar Bilder der geöffneten Dynamo/Licht-Kombination